Wie alles begann

LIVE Music Now
Oberrhein

15 Jahre LIVE MUSIC NOW am Oberrhein

Ein Verein schreibt ein Stück Geschichte

Musik verbindet Welten

Musik mit ihrer heilenden Kraft überwindet Barrieren, sei es Sprache, Behinderung oder Krankheit. Das wusste der große Geiger und Dirigent Lord Yehudi Menuhin aus eigener Erfahrung. Seit jeher war es sein Traum, lebendige Musik in das alltägliche Leben der Menschen zu bringen, insbesondere zu jenen, die nie in ein Konzert gehen würden oder könnten. Er war überzeugt, dass solch ein Erlebnis Wohltat und Trost spenden kann. Diesen Gedanken verknüpfte er mit dem Wunsch, außergewöhnlich begabte junge Musiker zu fördern. Seiner Meinung nach hatte 90 Prozent der Öffentlichkeit keine Ahnung von Livemusik und damit von dem Zauber, der von einem Musizierenden oder einem Konzert ausgeht. Die Wärme und Unmittelbarkeit, die den Künstlern als Antwort von den Zuhörern entgegenströmen, stärkt sie in ihrem Glauben an die Kraft ihrer Musik und bietet zugleich Anreiz zu noch mehr Kreativität.

LMN auf dem Weg nach Deutschland

Eine großartige Idee war geboren, die 1977 zur Gründung von Live Music Now in London führte. Schon bald griffen andere europäische Länder die Idee auf. Im Sommer 1992 gründeten engagierte Freunde in München mit persönlicher Unterstützung Lord Menuhins den ersten deutschen Verein. Dem folgten rasch 19 weitere über ganz Deutschland verteilt, die eng miteinander kooperieren und sich regelmäßig austauschen. Ihre Mitglieder organisieren inzwischen jährlich über 2500 Konzerte mit hervorragenden Nachwuchsmusikern in unterschiedlichsten sozialen Einrichtungen. Zu Anfang begleitete Yehudi Menuhin selber Vereinsneugründungen in Deutschland und freute sich über die rasante Entwicklung der Konzerttätigkeit. Nach seinem Tod im März 1999 fanden wir in seiner Tochter Zamira eine wunderbare Mentorin und sind stolz, sie unsere Ehrenvorsitzende nennen zu dürfen.

Wie LIVE MUSIC NOW in Karlsruhe entstand

Seit dem Jahr 2000 gibt es Yehudi Menuhin Live Music Now (LMN) am Oberrhein. Vera von Moltke hatte LMN in München kennengelernt. Begeistert von der Idee war sie überzeugt, dass dies auch in Karlsruhe mit seiner ausgezeichneten Musikhochschule machbar sei. Sie suchte Mitstreiter, die bereit waren, das Ehrenamt anzunehmen. Die Gründungsversammlung fand kurz vor Weihnachten statt. Im neuen Jahr nahmen die Mitglieder erste Kontakte zu Kliniken, Altersheimen und zum Gefängnis auf. Es galt, die Leiter der Orte, an denen musiziert werden sollte, zunächst davon zu überzeugen, dass das Vorhaben eine schöne Abwechslung und eine Unterbrechung der Alltagsroutine, außerdem eine Wohltat für Patienten sein würde. Vorspiele mussten organisiert werden, um nicht nur gute Musiker zu finden, sie sollten zudem soziales Engagement mitbringen und gewillt sein, auf eine spezielle Zuhörerschaft angemessen einzugehen. Professoren der Musikhochschule befürworteten unser Projekt. Einige erklärten sich bereit, als kompetente Jurymitglieder die besten jungen Talente hierfür auszuwählen. Die ersten 31 Künstler wurden 2001 in die Menuhin-Förderung aufgenommen. Dem Eröffnungskonzert im Vincentiuskrankenhaus folgten im selben Jahr 15 weitere Konzerte in verschiedenen sozialen Einrichtungen Karlsruhes und seiner Umgebung. Prof. Dr. Susanne Popp übernahm, trotz ihres anspruchsvollen Berufsalltags als Leiterin des Max-Reger-Instituts, die künstlerische Leitung und damit auch die fachliche Betreuung der Musiker. Denn jedes Konzert ist einzigartig und bedarf eines ganz spezifischen, zielgruppenorientierten Programms. So war von vornherein eine hohe Qualität in der Führung der jungen Stipendiaten und Betreuung der Konzerte gegeben.

Freunde und Förderer sind wesentlich für unseren Erfolg!

Nicht zuletzt galt es, Freunde und Mäzene zu überzeugen und als dauerhafte Unterstützer zu gewinnen, um die Stipendiaten und damit das gesamte Projekt zu ermöglichen. Dank einer großzügigen Startfinanzierung der L-Bank, Staatsbank für Baden-Württemberg, und vieler begeisterter Spender waren die ersten Jahre gesichert. Das erste Benefizkonzert im ausverkauften Ettlinger Asamsaal fand am 10. November 2002 statt. Seither laden wir alljährlich im November Freunde und Förderer zu Benefizkonzerten in die Hochschule für Musik Karlsruhe ein, der wir für die Bereitstellung ihrer Konzertsäle sehr dankbar sind.

Erfahrung und Reife für die Musiker – Dankbarkeit der Zuhörer

Seit Gründung haben wir unsere Aktivitäten auf über 120 Konzerte im Jahr steigern können. In mehr als 40 Häusern, die inzwischen von Bruchsal über Karlsruhe bis Baden-Baden reichen, machten über 300 junge Musiker mit uns ihre ersten Konzerterfahrungen der sehr besonderen Art: Sie lernen, spezielle Programme für ganz unterschiedliche Zuhörerkreise zusammenzustellen und ihr Publikum direkt anzusprechen und mit ihm zu kommunizieren. Oft sind es Menschen, die noch nie in ihrem Leben klassischer Musik zugehört, geschweige denn ein Konzert besucht haben. Auf deren Geduld und fachliche Anerkennung ist keineswegs Verlass. So lernen die Künstler, auf Störungen und Kommentare zu reagieren und zugleich Musik auf höchstem Niveau zu bieten. Diese Besonderheit verlangt nicht nur Konzentration, Perfektion und hohe musikalische Ausdruckskraft, sondern auch ein großes Maß an Aufgeschlossenheit und Einfühlungsvermögen. Daran wachsen sie nicht nur künstlerisch, sondern auch menschlich. Für die Zeit ihrer Zugehörigkeit bei LMN erhalten die Stipendiaten eine aus Spenden finanzierte Förderung. Da alle LMN-Mitglieder ehrenamtlich arbeiten, entstehen keine unnötigen Kosten, sodass Ihre Spende direkt den jungen Musikern und jenen Menschen zugute kommt, die unsere Hilfe und Zuwendung bedürfen.

Wir machen motiviert weiter!

Inzwischen sind wir ein Team von 20 begeisterten Mitgliedern, die mit viel Elan und unermüdlichem Einsatz das geniale Konzept Yehudi Menuhins weiterhin erfolgreich voranbringen wollen. Wer erleben durfte, wie ferne, dumpfe Blicke sich lösen und wieder lebendig werden, tief verborgene Erinnerungen auftauchen und stumm gewordene wieder singen, wer beobachtet hat, wie Patienten ihren Schmerz vergessen und ihre Angehörigen, aber auch Ärzte und Pfleger verweilen und sich von der Musik davontragen lassen, wer erlebt hat, wie Jugendliche in einer Brennpunktschule dem türkischen Tenor zujubeln oder eine junge Geigerin einer zu Tränen bewegten Ordensfrau innig umarmt, wer Gefangene in ihren Zellen summen hört oder sieht, wie behinderte Kinder die als Clowns verkleideten Künstler begeistert empfangen und zu ihren Posaunenklängen tanzen, der wird die Arbeit des Vereins gerne unterstützen. Die doppelte Wirkung ist gewiss: Sie machen anderen Menschen, denen es nicht so gut geht, eine Riesenfreude und fördern zugleich hochbegabte junge Musiker, die nicht nur das Musikleben am Oberrhein bereichern, sondern darüber hinaus die fantastische Idee Menuhins in die Welt tragen.

Alice Dodd, Vorsitzende von Live Music Now Oberrhein e.V.

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YEHUDI MENUHIN
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